Beispiele von Workshopthemen:

 

 

Rund um den Kiefer 

An diesem Workshop erforschen wir Bewegungsmuster "Rund um den Kiefer": einerseits alternative Kieferbewegungen, die entlasten, auch Bewegungen von Lippen und Zunge. Andererseits erkunden wir Bedingungen für Wirbelsäule, Schultergürtel und Becken, die notwendige Unterstützung für unseren Kopf zu gewährleisten, um ihn mühelos zu tragen.

 

Beckenboden, Hüftgelenke und Unterbauch

In den asiatischen Kampfkünsten und vielen esoterischen Schulen ist die Kontrolle über Becken und Unterbauch Ausdruck von persönlicher Reife und Kraft. Dr. Moshe Feldenkrais, der neben seiner Karriere als Wissenschaftler und Erfinder auch Judoexperte war, berücksichtigte diese Erfahrungen in der Konzeption zahlreicher Lektionen rund um dieses Thema. 

 

Arme und Hände „begreifen“

An diesem Tag erforschen wir vorwiegend Bewegungen, die den besseren Gebrauch unserer Arme und Hände unterstützen. Wir beziehen uns auf Leichtigkeit und den Raum um uns herum. Hiervon profitieren nicht nur Schultern, Nacken, Augen und Atem, sondern auch unsere Gesamtkoordination.  

 

Füße und Beine „verstehen“

An diesem Tag erforschen wir vorwiegend Bewegungen, die den besseren Gebrauch unserer Beine und Füße unterstützen. Wir beziehen uns hierbei auf Leichtigkeit und Stabilität. Davon profitieren nicht nur Becken, Hüftgelenke u nd Rücken, sondern auch

unsere Gesamtkoordination.

 

Gleichgewicht

Das Suchen, Finden und Bewahren des Gleichgewichts ist eine grundlegende Aktivität in unserem Leben. Oft erscheint sie ganz selbstverständlich und wir registrieren den Vorgang kaum, wie bei einem einfachen Schritt. Bewusst wird uns das Gefühl für Balance, wenn wir beim Schuheanziehen versuchen, auf einem Bein zu stehen.

In diesem Workshop erforschen wir das Spiel mit dem Gleichgewicht. Hierdurch können Sie einen besseren Stand, sowie gleichzeitig mehr Flexibilität und Stabilität gewinnen. 

 

Augen und Bewegung

Die Augen sind nicht nur für das Sehen, sondern auch für die Organisation von Bewegung zuständig: Viele Brillenträger/innen sind – durch die Einschränkung des Blickfeldes – beispielsweise daran gewöhnt, ihren Kopf und Nacken mehr als nötig zu drehen. Wir lernen unsere Augen zu entspannen, um das Nervensystem zu beruhigen. Dies ermöglicht optimale Voraussetzungen um mit angenehm fließend und gleitenden Augenbewegungen zu forschen, Raum für Entdeckungen zu öffnen und eine tiefere Verbundenheit mit unserem ganzen Selbst zu erlangen. Unsere Fähigkeit den Blick weicher zu führen, Bewegungen zu folgen, müde Augen zu erfrischen, zu fokussieren, weit und eng zu schauen sowie das große Ganze vom Detail zu unterscheiden, verbessert sich und wird bewusster modifizierbar. Dieser Kurs lädt ein, die Welt „mit neuen Augen“ zu betrachten.

 

Das Sitzen auf Stühlen bequemer gestalten

Wer kennt das nicht? Längeres Sitzen wird unbequem, man ermüdet, Nacken und Schultern verspannen sich, es fällt schwer sich zu konzentrieren. Mit Neugier werden wir erforschen, wie wir das Sitzen auf Stühlen wieder angenehmer machen können um eine leichtere Haltung zu finden, die zugleich Stabilität & Beweglichkeit ermöglicht. Das Handwerkszeug hierzu liefert uns dieser Workshop.


Ursprüngliche Beziehungen und neurologische Balance

Die erkundenden Bewegungen von Lippen, Zunge und Kiefer gehören zu den ursprünglichsten überhaupt: das erste Auskundschaften des Babys von Gegenständen der näheren Umgebung mit dem Mund, die Erzeugung von Lauten, Essen und Trinken, etc. Hierbei werden zahlreiche sensorische Fasern, auch die des Gesichtes und der Augen, angeregt. Da in unser Nervensystem sehr ursprünglich ererbte Mechanismen und funktionale Zusammenhänge eingebettet sind, können wir uns dies zu Nutze machen, indem wir unseren Mundinnenraum auf ungewöhnliche Weise erforschen. Hierbei lässt sich sehr effektiv neurologische Balance herstellen.


Atmung

Im menschlichen Organismus besteht eine enge Beziehung zwischen kognitiven- und physiologischen Prozessen. Man kann direkte Zusammenhänge zwischen physischen und psychischen Veränderungen bei der Atmung beobachten sowie emotionale Zustände am Muskeltonus nachzuweisen. So führt beispielsweise Erschrecken zu plötzlichem, unwillkürlichem Einatmen und Luftanhalten sowie Angst zu einer flacheren und schnelleren Atmung. Unbewusste emotionale Muster der Psyche sind mit Atemmustern verknüpft und können durch bewusste Bewegung zugänglich gemacht und ihrem zwanghaften Charakter die Spitze gebrochen werden. In asiatischen Disziplinen wie Yoga oder Zen wird daher die Atempraxis als Bindeglied zwischen geistigen Prozessen und den Vorgängen des Körpers betrachtet. Die Feldenkrais-Methode geht davon aus, dass Körper und Geist eine Einheit sind und hat einen einzigartigen Umgang damit: Den Prozess des Atmens zu erforschen, anstatt auf eine besondere Weise zu atmen. Hierbei werden wir bewusster, können individuelle Lösungen finden und stärken gleichzeitig unsere Resilienz.


Haltung

Unsere Haltung hat einen großen Einfluss darauf wie wir uns fühlen, bewegen und der Welt begegnen. Viele von uns haben Zipperlein, die uns manchmal zurecht beunruhigen und die mit unserer Haltung zusammenhängen. Diese beeinflusst ebenfalls unsere Gefühle, die Atmung, unsere Verdauung, das Selbstvertrauen, unser Selbstbild, unsere Gelenkgesundheit, usw. Haltungsprobleme schleichen sich manchmal an uns heran, entwickeln sich langsam über die Zeit hin ohne dass wir bemerken, uns beispielsweise leicht zu krümmen oder nach vorne zu beugen. Glücklicherweise verfügt die Feldenkrais-Methode über äußerst umfangreiche, manchmal beinahe magische Fertigkeiten und Strategien, diesen Prozess wieder umzukehren zu dem Zustand, als wir noch jung waren. Dies geschieht durch das Anregen eines Lernprozesses, der die Funktionen des Neokortex so optimal nutzt, dass sie sich zum Besseren umorganisieren.



Feldenkrais & Tango

 

Leichter Gehen – Elemente des Gehens

Es gibt verschiedene Auffassungen, wie man beim Tango gehen sollte, und alle haben ihre Berechtigung. Die eigentliche Frage ist, ob sie der eigenen Struktur und Bewegungsgeschichte entsprechen. Dies ist mitunter bestimmend, wie wohl wir uns beim Gehen fühlen, ob es sich gut anfühlt und ob es Kommunikation ermöglicht.

 

In diesem Feldenkrais-Workshop für Tangotänzer/innen erforschen wir Zusammenhänge zwischen Drehbewegungen der Wirbelsäule und deren Einfluss auf Schultern und Becken beim Gehen. Die behutsam ausgeführten Bewegungen werden vorwiegend im Liegen ausgeführt.

 

 

Stephan Schrod, Tangotänzer, arbeitet seit über zwanzig Jahren als Feldenkrais-Lehrer.